Bei Kilometer 286 des Main-Radweges angekommen, tut sich vor den Augen der Reisenden die Alte Mainbrücke von Kitzingen auf. Im Mittelalter meinte die Verbindung zwischen Frankfurt und Regensburg eine der bedeutendsten Handelsstraßen Europas. Um den Fuhrwerken die Überquerung des Mains zu erleichtern, errichtete man in Kitzingen eine hölzerne Brücke. Ihre erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1300 zurück. Sie vereinfachte nicht nur die Handelsbeziehungen – auch die Zolleinnahmen der Stadt schnellten in die Höhe. Während einer Renovierung im 16. Jahrhundert wurden die Holzbögen durch steinerne Gewölbe ersetzt. Auf der Etwashauser Flussseite allerdings beließ man das alte Antlitz. Hätten feindliche Truppen die Stadt angegriffen, wären diese Bögen leicht zu entfernen gewesen – Kitzingen konnte jeder Armee trotzen. Eine komplette Zerstörung erfuhr die Alte Mainbrücke 1945. Nachdem sie 1948 wiederaufgebaut und 1955 für die Schifffahrt und die größeren Kähne modernisiert wurde, erstrahlt die Flussquerung heute wieder in neuem, altem Glanz. Fahrradfahrer geleitet sie in die Innenstadt und damit zu den anderen hübschen Sehenswürdigkeiten am Mainufer. Die Brücke ziert auch das Wappen der Stadt.

 

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