In Franken spielt die hohe Kunst, Bier zu brauen, noch heute eine übergeordnete Rolle. Davon zeugt die Tatsache, dass weltweit keine höhere Brauereidichte existiert. Deshalb ist es nur konsequent, dass im oberfränkischen Kulmbach das Brauereimuseum des Freistaates angesiedelt wurde. Für vom Gerstensaft faszinierte Radler hält diese Sammlung einen umfassenden Exkurs in Sachen Trinkgenuss bereit. Schon die Sumerer entdeckten, dass aus Getreide ein nährstoffreicher Trunk hergestellt werden kann. Vermutlich gelangte das Wissen über die Bierbrauerei von den Ägyptern über die Römer nach Germanien. Die Kelten verstanden sich als wahre Meister ihres Fachs und verfeinerten die Braukunst. Beweisen lässt sich ihr Sachverstand anhand des spektakulären Funds einer über 3000 Jahre alten Bieramphore, die Archäologen unweit von Kulmbach gefunden haben und die heute das Schmuckstück des Museums repräsentiert. Das Bayerische Brauereimuseum lässt allerdings auch in die jüngere Geschichte blicken und erläutert anschaulich, wie sich das im Mittelalter hauptsächlich in den Klöstern betriebene Brauen mit der Industrialisierung verschmolz. In Flaschen abgefüllt, wurde das Bier immer mehr zum Genussmittel für zu Hause.