Der strategisch günstige Felssporn hoch über dem Main war vermutlich das ausschlaggebende Kriterium dafür, dass Markward II. von Grumbach sich entschied, just an jener Stelle eine Höhenburg zu errichten. Mit den Bauarbeiten begann er um das Jahr 1148 und so verdanken ihm Burgbesucher eines der schönsten Panoramen Frankens. Auch wenn die Anfänge von Burg Rothenfels eher bescheiden waren, wurde die Anlage in den folgenden Jahrhunderten nach und nach erweitert. Zusätzlich zu den dicken Festungsmauern entstand unten am Flussufer eine kleine Stadt, deren Bewohner von und mit der Burg lebten. Die Fachwerkgassen und die monumentale Erscheinung der Backsteinburg ergeben gemeinsam eine hinreißend idyllische Kulisse. Nachdem mehrfach die Herrscherfamilien wechselten und das Bauwerk zwischenzeitlich dem Königreich Bayern gehörte, avancierte es 1919 zu einer christlichen Bildungsstätte. Noch heute werden die Räumlichkeiten für Tagungen, Workshops und Seminarveranstaltungen genutzt. Außerdem befindet sich eine der größten fränkischen Jugendherbergen in den Gemäuern. Das Gelände steht dennoch Ausflüglern und Radfahrern offen, die die fantastische Aussicht auf das Städtchen Rothenfels und die Fluten des Mains genießen möchten.