Bild: ©Rudolf Stricker, Wikipedia

Der Main vollführt im bayerisch-hessischen Grenzgebiet eine galante Schleife und kündet den Radfahrern damit an, dass nun das Gemeindegebiet von Hainburg erreicht ist. Die politisch zum Landkreis Offenbach gehörende Ansiedelung wurde erst 1977 zu einer Einheit – zuvor waren die heutigen Gemeindeteile Hainstadt und Klein-Krotzenburg eigenständig. Damit sich niemand benachteiligt fühlt, wurde in Sachen Benennung eine salomonische Lösung gefunden und mit „Hainburg“ eine Verschmelzung beider Dorfnamen vollführt. Dass die Region schon vor über 2000 Jahren als lebenswert und landschaftlich, wie strategisch überaus attraktiv galt, beweist die Existenz eines Römerkastells. Die meisten antiken Gebäude fokussierten sich auf den heutigen Ortsteil Hainstadt, wenngleich durch Überbauung beinahe jedwede Spurensuche unmöglich ist. Das Heimatmuseum präsentiert indes einige Artefakte und veranschaulicht deutlich, welchen Stellenwert dieses Kastell dereinst für die Legionen einnahm. Denn: Die Römer errichteten in Hainburg eine Brücke über den Main. Eine Seltenheit, setzte man am Limes doch traditionell mehr auf Furte und Fähren.