Bild: Pixabay

Als Joseph Weiermann 1888 eine Schusterwerkstatt in einem Nebenraum der Gastwirtschaft Zapf eröffnete, konnte er nicht ahnen, wie erfolgreich sein Geschäftsmodell sein würde. Der Startschuss für die Geschichte der Schuhherstellung in Burgkunstadt war gefallen und nach und nach siedelten sich immer mehr Schuhmacherbetriebe im sogenannten „Fränkischen Pirmasens“ an. Mit den Billigimporten aus Fernost, die vor allem ab den 80er Jahren verstärkt in deutschen Regalen zu finden waren, begann der Niedergang. Am 31. März 1990 schloss die letzte Werkstätte in Burgkunstadt ihre Pforten. Der einhundertjährigen Schuhmachertradition wird mit dem Deutschen Schustermuseum ein sehenswertes Denkmal gesetzt. Radreisende können dort in der Modellabteilung erfahren, wie das Schuhwerk designt wurde und welch vielfältige Handlungsspielräume die Schuster zu nutzen verstanden. Farben, Formen und Materialien waren mannigfaltig kombinierbar. Auch das sich Burgkunstadt zum Mekka der Ski- und Eislaufschuhproduktion aufschwang, spricht für den Einfallsreichtum der Betriebe. Weiter geht es in die Maschinenhalle und durch die Schusterstube. Selbige wurde ausschließlich von einer Schusterkugel erleuchtet. Diese besondere Lichtquelle verhinderte diffuse Sichtverhältnisse und erlaubte ein präzises Arbeiten.